Schleiereule

Wie alles begann

Junge Schleiereule wenige Tage vorm Ausfliegen
Junge Schleiereule wenige Tage vorm Ausfliegen (Foto: B. Langenegger)

In den 1980er Jahren haben die LBVler Herr Bach und Herr Maueröder aus Gunzenhausen erkannt, dass auch in unserem Landkreis der Bestand der Schleiereule stark zurückging. Die Gründe dafür waren vielfältig. Unter anderem wurden Kirchtürme vergittert um den Tauben den Zutritt zu verwehren, wodurch Brutplätze wegfielen und auch an landwirtschaftlich genutzten Scheunen verschloss man die Einflugmöglichkeiten. Dort verbringt die Eule meist den Winter und würde gleichzeitig den Mäusebestand dezimieren. Wie aber zahlreiche Wiederfunde beringter Schleiereulen bestätigen, gründen die größten Verluste auf Zusammenprall mit Kraftfahrzeugen und auf die starke Sterblichkeit im Winter, vor allem bei Jungvögeln. Ein weiterer Grund für die hohen Bestandsschwankungen ist die Abhängigkeit von ihrer Hauptnahrung, der Feldmaus, deren Vorkommen von Jahr zu Jahr stark schwankt. Hierzu trägt auch die Intensivierung der Landwirtschaft und die gestiegene Anwendung von Pestiziden gegen Nagetiere bei.

 

Wir beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen und riefen die Eulengruppe ins Leben. Unsere Gruppe spricht mit Landwirten, Gemeinden und Bürgern, dass Scheunen wieder geöffnet werden und überzeugen Kirchenvertreter davon, dass ein Nistkasten in ihrem Kirchturm zur Artenvielfalt beiträgt. So wurden in einem Zeitraum von ca. 30 Jahren über 150 Nisthilfen in Kirchen und Scheunen montiert. Die Eulengruppe kümmert sich darum, dass diese Brutplätze auch in Zukunft erhalten bleiben und bringt Neue an, wo noch welche fehlen.

 

Neue Brutplätze schaffen und erhalten

Das Bild zeigt einen neuen Nistplatz in einer privater Scheune.
Neuer Nistplatz in privater Scheune (Foto: B. Langenegger)

Wir bauen diese Kästen selbst oder lassen sie mit Hilfe von Spendengeldern herstellen. Wichtig ist, dass die angebotenen Brutplätze nicht zu klein sind.

Wenn Sie auch einen Kasten aufhängen möchten, sprechen Sie uns bitte an.

 

Damit die Kästen auch in Zukunft ihre Aufgabe erfüllen können, führen wir regelmäßig Kontrollen durch.

Generell sind diese aber auch immer Störungen, deswegen versuchen wir natürlich unnötige Kontrollen zu vermeiden.
Zur reinen Kastenbetreuung reicht eine Überprüfung in der Saison aus. Diese findet von November bis Februar statt. Das ist die Zeit in der nicht gebrütet wird.

Beringen der Jungvögel

Wir kontrollieren seit 2016 auch auf Bruterfolg und beringen den Nachwuchs für die Vogelwarte Radolfzell.

Hierzu gehört, alle Daten zur Brut, wie Jungenzahl, ungefähres Alter  und ggf. die Anzahl der Eier zu dokumentieren. Ebenso ist die Meldung nicht besetzter Kästen oder toter Vögel wichtig und trägt zum Kenntnisstand über regionale Vorkommen und deren Entwicklung bei.

Um die Öffentlichkeit auf die Probleme aufmerksam zu machen, veranstalten wir Informationsabende und schreiben Zeitungsartikel.
Wer sich jetzt denkt, das wäre doch auch was für mich, der kann gerne bei uns mithelfen, wir sind nur paar Leute und haben ungefähr 150 Kästen im ganzen Landkreis zu betreuen.

 

Brutergebnisse der Schleiereulen 2019

Nestling der Alesheimer Zweitbrut ( Foto B. Langenegger)
Nestling der Alesheimer Zweitbrut ( Foto B. Langenegger)

Für das Brutjahr 2019 konnten wir in 73 kontrollierten Kästen 87 Schleiereulenküken dokumentieren. In 29 Ortschaften mit Schleiereulenkasten konnten bei den Kontrollen 12 Reviere festgestellt werden. Dies ist somit ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr! Erfreulich war ein Kasten in Trommetsheim. Hier konnten wir sowohl bei der Erst- als auch der Zweitbrut jeweils 7 Küken beringen! Auch in einem Kasten in Windsfeld konnten wir gleich 8 Küken auffinden! Insgesamt gab es so eine durchschnittliche Anzahl von 4,58 Jungen pro Brut.

 

Brutergebnisse der Schleiereulen 2018

6 Nestlinge in Störzelbach (Foto: B. Langenegger)
6 Nestlinge in Störzelbach (Foto: B. Langenegger)

Da die Eulen heuer sehr spät zu brüten anfingen, konnten wir mit den Kontrollen erst am 26. Juni beginnen. Der Grund dafür war Nahrungsmangel durch das feuchte Frühjahr. Das Angebot an Mäusen wurde darurch stark reduziert.

In den Dörfen Gundelsheim, Laubenzedel, Streudorf, Trommetsheim und Wachstein wurden Erstbruten mit insgesamt 21 jungen Schleiereulen beringt.

Außerdem wurden 3 Spätbruten entdeckt werden, in Alesheim, Störzelbach und Wachenhofen. Diese wurden am 1. September beringt, mit Ausnahme von Wachenhofen, da dieser Kasten auch mit Hornissen belegt war.

Die Brutkontrolle im Landkreis ergab somit 35 Jungvögel in 8 Revieren, plus 6 Küken in Ornbau (LKR Ansbach).

 

Brutergebnisse der Schleiereulen 2017

Blick in den Nistkasten Wachstein (Foto: B. Langenegger)
Blick in den Nistkasten Wachstein (Foto: B. Langenegger)

Es wurden ungefähr 110 Nisthilfen in 48 Orten kontrolliert.

In 17 dieser Nistplätze konnten insgesamt 86 Nestlinge mit den Ringen der Vogelwarte Radolfzell vom ehrenamtlichen Vogelberinger Bernhard Langenegger versehen werden.

Es gab 10 Erstbruten mit 49, vier Spätbruten mit 19 und vier Zweitbruten mit  18 jungen Schleiereulen.

 

Es war das erste Jahr in dem durchgängig kontrolliert wurde, weswegen auch Vergleichszahlen zu den Vorjahren fehlen. Aber im Vergleich zu anderen Landkreisen in Franken hatten wir ein sehr gutes Brutergebnis.